15. Oktober: Macht mehr Weniger – Die Klimawache zum Konsum

Unsere bisherigen Themen bei der Klimawache Bonn waren oft sehr einfach und direkt mit der Klimakrise zu verbinden. Daß z.B. Energie aus Braunkohle, Biodiversität und der Zustand unserer Wälder mit dem Klima in direktem Zusammenhang stehen, wird wohl jedem unmittelbar einleuchten.

Für den Oktober haben wir uns allerdings wieder ein etwas abstrakteres Thema ausgesucht, nämlich Konsum und Klimawandel. Die zeitliche Nähe zu den bald bevorstehenden Weihnachtseinkäufen ist natürlich rein zufällig – dies sei hier nur am Rande erwähnt 😉

Ein kleiner Begriff mit großer Bedeutung

Versuchen wir den Begriff Konsum zu umreißen, so merken wir, daß sehr viele unserer alltäglichen Handlungen mit dem Konsumieren von Waren zu tun haben. Wir konsumieren Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren aber streng genommen auch Unterhaltung, Mobilität, … etc. Und konsumiert man nicht eigentlich auch Informationen in Form von Fernsehen, Zeitungen und Internet? Es fällt uns möglicherweise viel leichter, die Bereiche unseres Lebens zu benennen, die nichts mit Konsum zu tun haben – vermutlich sind wir zumindest bei deren Aufzählung wesentlich schneller fertig.

Jeder von uns hat bestimmt schon einmal das Gedankenspiel unternommen, aus Gründen des Klimaschutzes, auf unnötigen Konsum zu verzichten – und das ist der Moment wo es wirklich interessant wird: Worauf könnte oder würde ich überhaupt verzichten wollen? Welche Konsumgüter könnte ich mit anderen, weniger klimaschädlichen Dingen ersetzen?  Zum Schluß landen wir bei wahrscheinlich ähnlichen Fragen wie: Hat der im Sommer aus Neuseeland eingeflogene, oder der im Kühlhaus 9 Monate frisch gehaltene Apfel vom regional ansässigen Obsthof die bessere Klimabilanz?

Zudem verlaufen die Ursache-Wirkung-Ketten, die wir bei solchen Überlegungen finden, selten linear oder eindimensional. Sie sind häufig vielfach miteinander verknüpft, verzweigt, nicht leicht zu durchschauen – und dies natürlich alles bitte auch noch unter Berücksichtigung von Globalisierungseffekten …

Systeme verstehen, Komplexität sichtbar machen, bessere Entscheidungen fällen

Wie wir sehen ist es nicht immer einfach die richtige Entscheidung, oder zumindest eine bessere Wahl zu treffen. Wir müssen uns der Komplexität stellen und vermehrt systemisch denken. Menschen, vor allem junge, genau dazu zu befähigen ist auch das erklärte Ziel des Bildungsprojekts “Systeme verstehen – Keine Angst vor Komplexität!” von Oro Verde, über das uns Matthias Linn informieren wird. Unter anderem werden wir auch erfahren, warum es uns manchmal schwer fällt, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Fair Fashion versus Fast Fashion und die Auswirkungen auf unser Klima

FEMNET, mit Sitz in Bonn, befasst sich schwerpunktmäßig mit der Stärkung der Frauenrechte in der internationalen Bekleidungsindustrie. Außerdem hat FEMNET den Fair Fashion Guide herausgebracht, der dem Verbraucher helfen soll, die Zusammenhänge hinter den einzelnen Komponenten der Kleidungsherstellung, -vermarktung und -nutzung zu verstehen. Bereits ein kurzer Blick auf diese sehr informative und übersichtlich gestaltete Website läßt erahnen, wie vielfältig die negativen Auswirkungen auf unser Klima durch Fast Fashion (billig herstellen/kaufen, wenig Tragen, schnell wegwerfen) sind.

Verschiedenen Quellen zufolge, ist ein einziges T-Shirt mit einem CO2-Fußabdruck von 11kg belastet. Für einen Artikel der selbst ca. nur ein halbes Pfund wiegt, ist das eine erschreckend große Menge. Neben den offensichtlichen Treibern, wie dem Transport der Rohstoffe und Zwischenprodukte kreuz und quer über den Globus gibt es aber noch eine ganze Reihe anderer Faktoren die Treibhausgasemissionen nach sich ziehen – von den anderen negativen Einflüssen wie Wasserverbrauch und irrwitzigem Chemikalieneinsatz mal ganz zu schweigen. Wir sind gespannt was Marijke Mulder von FEMNET außerdem noch zu dem Thema berichten kann. 

Basteln für das Klima

Wer hat sich noch nicht schon einmal maßlos geärgert, wenn ein aufwändiges oder teures Gerät durch einen kleinen Defekt unbrauchbar geworden ist, es aber kein Ersatzteil zu kaufen gibt. Wenn die Garantie noch nicht abgelaufen ist, erhält man zwar in aller Regel eine neues Gerät, aber dennoch fragen wir uns: muß das sein? Geschickte HandwerkerInnen mit dem passenden Werkzeug und dem entsprechenden Knowhow könnten das doch problemlos reparieren. Stattdessen hätte das Herstellerunternehmen aber offenbar gerne, daß man gleich ein neues Gerät kauft, wobei wir doch eigentlich wissen, daß jedes unnötig beschaffte Neugerät unser CO2-Budget belastet.

In einem Repair-Café findet sich kostenlos Hilfe zur Selbsthilfe und eine mögliche Lösung für dieses Problem. Erfahrene Hobby-BastlerInnen helfen hier Interessierten bei der Reparatur kleinerer oder größerer Schäden und stellen dazu in aller Regel auch das benötigte Werkzeug zur Verfügung. Wir freuen uns auf … vom Repair-Café … der/die uns hierzu einen Einblick gibt.

Wie Ihr seht gibt es wieder ein spannendes Thema mit interessanten Gästen und vielleicht bekommt Ihr den einen oder anderen Denkanstoß rechtzeitig vor den demnächst anstehenden Weihnachtseinkäufen.

Also - macht Euch doch jetzt schon mal eine Kalendernotiz für 
Dienstag, den 15. Oktober 18:30 auf dem Bonner Münsterplatz
Wir freuen uns auf Euch! 

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